Geschichte

1987 bis 2012 – ein Vierteljahrhundert für die Mädchen in Braunschweig

1987

15 Frauen aus kommunalen und freien Kinder- und Jugendeinrichtungen treffen sich zum ersten Mal zu einer Mädchenarbeitsgruppe. Der MAK ist geboren.

1988

Vom 13. bis 18. Mai findet die erste Braunschweiger Mädchenwoche im Jugendzentrum Mühle statt. Dies ist zugleich die erste vom MAK durchgeführte große Aktion. In dem vielfältigen Programm der Mädchenwoche bieten nicht nur die Mitarbeiterinnen des MAK verschiedenste Workshops und Aktivitäten für Mädchen an, auch andere Institutionen wie Arbeitsamt, Pro Familia, Jugendberatung und andere beteiligen sich an der Durchführung. Das Jugendzentrun Mühle ist während der gesamten Woche nur für Mädchen geöffnet, die Mädchen können durch die Aktion die Erfahrung machen, dass sie und ihre Bedürfnisse ganz im Mittelpunkt stehen.

1990

Die ersten WenDo Kurse für Mädchen werden vom MAK durchgeführt. WenDo (= Weg der Frau) ist eine Anfang der 70er Jahre von Frauen für Frauen entwickelte Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstechnik, die in relativ kurzer Zeit erlernt werden kann.

Außerdem findet im Jugendzentrum B58 am 1. und 2. Dezember das Mädchen-Kulturspektakel statt.

1991

Auf einer Klausurtagung des MAK werden die Erfahrungen der Kolleginnen mit ihren männlichen Kollegen in Bezug auf Mädchenarbeit in der Einrichtung thematisiert. Forderungen nach „Mädchenarbeit als Teambeschluss“ werden formuliert, ebenso die Forderung nach parallel zur Mädchenarbeit laufender antisexistischer Jungenarbeit.

Vom 18. bis 23. März bietet der MAK unter dem Motto „Mädchenträume – Frauenwelten“ ein Seminar in Berlin an. 10 Mädchen nehmen an dem Seminar teil.

„Clowninnen und andere Heldinnen“ heißt eine Veranstaltung, die am 19. Oktober im Zirkuszelt des Zirkus Remmidemmi im Schloßpark stattfindet. In den Bereichen Moderation, Technik, Akrobatik, Gesang, Clownerie u.a. können sich die Mädchen und Frauen ausprobieren.

Vom 29. November bis 01. Dezember bietet der MAK eine WenDo Fortbildung für Mitarbeiterinnen an.

1992

Zum 01. April wird die Stelle der Mädchenreferentin durch Monika Heim besetzt, die am MAK teilnimmt. Die Mädchenreferentin hat den Auftrag, darauf hinzuarbeiten, dass Mädchenarbeit als fester Bestandteil in der offenen Jugendarbeit etabliert und Kontinuität in diesem Bereich gewährleistet wird.

Am 19. September findet im B58 erneut ein Mädchenkulturspektakel statt. Der MAK stellt sich und die Mädchenarbeit mit einem Stand vor.

1993

Der MAK wird von zwei Mitarbeiterinnen und einigen Mädchen auf der „Mädiale“, einem bundesweiten Mädchenkulturfestival, vom 29. Bis 31. Mai vertreten.

Aus dem Projektkonzept Mädchenfotografie heraus entsteht das Projekt „Mädchenmonat Oktober“. Im Oktober finden rund um das Thema Fotografie viele Angebote für Mädchen statt. Der MAK schreibt einen Fotowettbewerb unter den Titel „Mädchen in Sicht“ aus. Der Mädchenmonat Oktober gipfelt in einem Mädchentag, der am 31. Oktober in der Mühle stattfindet. Hier werden die Gewinnerinnen des Wettbewerbs geehrt, außerdem gibt es etliche Workshops für Mädchen und eine Abschlussparty.

Am 1. November organisiert der Arbeitskreis einen Infotag der Abteilung Jugendförderung zum Thema Mädchenarbeit.

1994

Am 10. September im Jugendzentrum Heidberg startet das erste Mädchen-Rockfest statt, welches zugleich den Auftakt bildet zu einer Schwerpunktentwicklung in der Arbeit des MAK: der Förderung von Rockmusik mit Mädchen.

Am 22. Oktober findet im Jugendzentrum Mühle ein großer Mädchentag unter dem Motto „Bretter, die die Welt bedeuten“ statt. Hierzu laufen während des gesamten Monats Oktober in den Jugendzentren verschiedene Workshops, deren Ergebnisse auf dem Mädchentag präsentiert werden.

Am 18. November wird das Mädchencafé Luzie in den Räumen der Mühle eröffnet. Das Mädchencafé stellt eine enorme Bereicherung für die Mädchen in Braunschweig dar.

Am 16. Dezember findet eine Klausurtagung für die Mitarbeiterinnen des MAK statt. Sie steht unter dem Motto: Perspektiven in der Mädchenarbeit.

1995

Vom 09. bis 11. Juni findet zum ersten Mal das Erlebniswochenende für Mädchen in Hondelage statt. Das Thema des Wochenendes lautet „Stärker als ihr denkt“.

Im Oktober beteiligt sich der MAK mit drei Workshops an den Frauenkulturtagen im Freizeit- und Bildungszentrum Bürgerpark.

1996

Der MAK kauft der MAK etliche Trommelbausätze. Trommelbau wird zu einem regelmäßigen Angebot während der Mädchenaktionen.

Das Zelt- und Erlebniswochenende für Mädchen findet 1996 in Ribbesbüttel statt. Unter dem Motto „Die nach den Sternen greift“ dreht sich alles rund um das Leben von Indianerinnen.

Wie in den Jahren zuvor organisiert und finanziert der MAK ein bis zwei WenDo Kurse, die mittlerweile Standard in der Arbeit des MAK sind.

Am 07. Dezember findet erneut ein Mädchenrocktag statt, diesmal in den Räumen des Jugendzentrums Rotation.

1997

Auch in diesem Jahr organsiert der MAK wieder ein Zeltwochenende im Juni. Die Teilnehmerinnenzahlen steigen von Jahr zu Jahr. Highlight des diesjährigen Wochenendes ist die Anfertigung und Aufstellung einer Brücke über die Schunter. Einerseits ist dies Erlebnis pur für die Mädchen, auf der anderen Seite wird für alle spürbar und erlebbar, wie schwierig und gleichzeitig mutmachend es ist, eigene Wege zu erschließen und zu beschreiten, Brücken zu schlagen und gemeinsame Stärke zu entwickeln.

Ebenso wie das Erlebniswochenende in Hondelage gehören die Mädchenrocktage mittlerweile zum Standardprogramm des MAK. Zwei finden in diesem Jahr statt, erstmals in Zusammenarbeit mit dem Frauenmusikmobil der LAG Rock.

Zum ersten Mal beteiligt sich der MAK mit mädchenspezifischen Angeboten (Trampolinspringen, Akrobatik, Schminktisch, Kreativecke) an der Braunschweiger Spielmeile im Juli.

1998

Es gibt einheitliche Plakate für den MAK. Sie wurden von einer Grafikdesignerin entwickelt und sollen den Aktionen des MAK ein einheitliches Outfit geben und damit den Wiedererkennungswert gewährleisten.
Desweiteren wird ein Infoblatt über den Arbeitskreis entwickelt.

Der MAK beteiligt sich mit einem Stand an der Fraueninfobörse des Frauenforums am 5. und 6. Juni. Für diesen Stand wird ein Informationsfilm über den MAK erstellt, sowie ein überdimensionales Kugellabyrinth-Spiel über den Lebensweg eines Mädchens entwickelt und gebaut.

Im Oktober findet zum zweiten Mal ein WenDo Kurs für Mitarbeiterinnen statt.

Der MAK führt eine Fragebogen-Aktion zum Thema Sportunterricht durch. Ausschlaggebend war der Bericht einer Kollegin von Mädchen, die über sexuelle Übergriffe durch ihren Sportlehrer (Antatschen etc.) klagten.

1999

Neben den mittlerweile standardmäßigen Events (Rockmusik, Hondelage, Spielmeile) steht die Erstellung einer Broschüre über den Stand der Mädchenarbeit in Braunschweig im Vordergrund der Arbeit des MAK.

Zum ersten Mal finden in fünf Einrichtungen FiBS-Angebote speziell für Mädchen statt, die jeweils in Kooperation der Mitarbeiterin mit der Mädchenreferentin durchgeführt werden.

Der MAK beteiligt sich am Treppenfest der IGS Weststadt mit einem Infostand und einer Fotoaktion.
Ebenso ist er an der Ausgestaltung der 5-Jahresfeier des Mädchencafés Luzie beteiligt.

seit 2000

Im letzten Jahrzehnt hat sich die Arbeitsweise des MAK ein wenig gewandelt. Standen in den ersten Jahren vor allem der kollegiale Austausch, gemeinsame Reflektion sowie die Suche nach gemeinsamen Standards und die Etablierung der Mädchenarbeit in den Einrichtungen der offenen Arbeit im Vordergrund, so ist der Arbeitskreis aktuell durch die gemeinsame Planung und Durchführung von Aktionen für Mädchen im gesamten Braunschweig Raum geprägt. Die kollegiale Unterstützung und Beratung ist weiterhin fester Bestandteil, jedoch ist die Mädchenarbeit etabliert, ist der Rahmenkonzeption der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Braunschweig festgeschrieben und wird nicht mehr in Frage gestellt.

Es haben sich bestimmte Aktivitäten etabliert, die der MAK für Mädchen aus Braunschweig und Umgebung anbietet und durchführt:

  • Erlebniswochenende mit Zelten
  • WenDo-Kurse / Kurse zur Stärkung der Selbstbehauptung und Selbstwirksamkeit
  • Beteiligung an der Spielmeile mit speziellen Mädchenangeboten (z.B. Mädchen auf der Musikbühne, Kreativangebot, typisches Jungen-Spielgerät nur offen für Mädchen)
  • FiBS-Angebote exklusiv für Mädchen (Kanutouren, Reitprojekte)
  • Mädchendisco und Mädchenparties
  • Workshops verschiedenster Art (Musik, Tanz, Fotografie, Film, Kreatives)
  • Mädchensporttag (verschiedenste Sportarten an einem Tag ausprobieren: beliebte Sportarten (Cheerleading, Klettern) ebenso wie eher unbekannte Sportarten (Capoeira, Bauchtanz, Yoga)